Jungliberale Ausbildungspolitik für die Zukunft

Die Jungen Liberalen NRW wollen einen Arbeitsmarkt, in dem sich jeder nach seinen Fähigkeiten und Wünschen einbringen kann. Ausbildungsberufe sind dabei für uns eine gleichwertige Alternative zu einer Hochschulausbildung. Die Überakademisierung vieler Berufe muss beendet werden, auch eine Ausbildung soll gute Aufstiegschancen eröffnen. Der Staat soll Rahmenbedingungen schaffen, um die Vielfalt und Qualität der Ausbildungsberufe zu erhalten und zu fördern. Er darf Auszubildende gegenüber Studenten nicht benachteiligen und soll junge Menschen ermutigen, nach dem Schulabschluss auf breiter Wissens- und Informationsbasis zwischen einem Studium und einem Ausbildungsberuf zu wählen.

So wollen wir die Ausbildungspolitik in NRW konkret voranbringen:

  • An Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen soll es ab einer bestimmten Klassenstufe ein neues Pflichtfach Polytechnik/Arbeitslehre geben, das auf praktische Berufe aufmerksam macht und vorbereitet. An Gymnasien soll es ein Wahlfach werden.
  • An weiterführenden Schulen muss es eine individuelle Berufsberatung geben, die ihren Namen verdient. Neben Projektwochen zur Vielfalt der Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten soll jeder Schüler mehrere verpflichtende Berufspraktika absolvieren. Darüber hinaus sollen im Rahmen des Schulunterrichts vermehrt Unternehmensbesuche stattfinden.
  • In einer bestimmten Klassenstufe soll es jährliche Berufsmessen geben, die in jedem Kreis in Kooperation mit der Arbeitsagentur, der IHK und weiteren Akteuren organisiert wird. Auf diesen Messen soll es Ausbildungsplatzbörsen geben, auf denen sich Jugendliche direkt bei potentiellen Arbeitsgebern informieren können.
  • Auf Online-Plattformen der Arbeitsagenturen sollen alle freien Ausbildungsplätze in einer Region aufgeführt werden. Dies erleichtert Jugendlichen den Überblick über die Vielfalt der Berufe und baut Distanz zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ab.
  • Berufsschulen müssen tatsächlich auf den Beruf vorbereiten. Fächer wie Religion oder Sport sind deshalb nicht sinnvoll. Stattdessen sollen ausbildungsrelevante Inhalte gestärkt werden. Auch eine Verkürzung der Berufsschulzeiten zu Gunsten der Zeit im Betrieb ist denkbar.
  • Studentenwohnheime sollen auch für Auszubildende geöffnet werden. Günstiger Wohnraum für Auszubildende sollte langfristig etwa durch ein Auszubildendenwerk auf Landesebene geschaffen werden. Mittelfristig sollen die Kriterien für Bafög und Wohngeld so verändern werden, dass Auszubildende gegenüber Studenten weniger benachteiligt werden.
  • Gesetzliche Mindestlohnregelungen und Übernahmepflichten für Auszubildende vernichten Ausbildungsplätze und sind daher kontraproduktiv. Sie müssen abgeschafft bzw. dürfen nicht eingeführt werden.
  • Die Erhebung einer Ausbildungsumlage, die alle Unternehmen zahlen sollen, die nicht ausbilden, ist abzulehnen.
  • Für die besten 10% eines jedes Ausbildungsjahrgangs sollen die Kammern eine freiwillige „Jobgarantie“ prüfen, bei der sie mehrere konkrete Stellenangebote nach der Ausbildung zusichern.

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